Arbeitspapier "Künstliche Intelligenz in der Kirche"
01.04.2025 |
„Für einen mündigen Umgang mit KI zwischen Enthusiasmus und Schwarzmalerei“ wirbt ein Arbeitspapier der Schweizerischen Evangelischen Allianz. Theologische, ethische und rechtliche Aspekte zur Verwendung von KI im kirchlichen Bereich werden darin ausführlich erörtert und praktische Empfehlungen gegeben (vgl. Pressemitteilung).
Die Schweizerische Evangelische Allianz, ein Netzwerk von Christen aus verschiedenen evangelischen Landes- und Freikirchen, hat ein 78-seitiges Arbeitspapier zu künstlicher Intelligenz herausgegeben. Die Schrift richtet sich in erster Linie an kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vor allem jedoch an Personen mit Leitungsverantwortung. An der Erstellung waren verschiedene Autor:innen beteiligt.
Das ausführliche Paper klärt einleitend, in einem kurzen Überblick, über KI auf: Was ist KI? Wie funktioniert sie? Wie kann verantwortlich damit umgegangen werden?
Das 2. Kapitel nimmt die Perspektive der Theologie auf KI ein. In 11 Thesen wird eingeordnet und analysiert. Beispielsweise geht es um folgende Fragen: Worin liegt die gesellschaftliche Bedeutung dieser Technologie? Wie ist KI vor dem Hintergrund des christlichen Menschenbildes und der Lehre über die Schöpfung der Welt zu bewerten? Wie kann KI verantwortlich in kirchliche Vollzüge integriert werden, ohne dass es zu einem „Verlust an geistlicher Tiefe und Glaubwürdigkeit“ kommt?
Kapitel 3 schlägt vor, was Leitungspersonen der Kirche beim Einsatz von KI beachten sollten. Es wird auf mögliche negative Implikationen aufmerksam gemacht: Ältere oder weniger gebildete Personen könnten benachteiligt sein. Auch das Problem Deepfakes wird angesprochen. Leitung sollte es ein Anliegen sein, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult werden, KI vorteilhaft zu nutzen, sich aber auch der Nachteile bewusst zu sein. Die Verwendung von KI in der Kirche braucht deshalb klare Richtlinien.
Um Fragen der praktischen Anwendung von KI geht es im 4. Kapitel. Darin sind Mitarbeitende im Blick, die KI-Tools in ihrer Arbeit einsetzen. Diese benötigen ein solides Grundwissen, z. B. über Datenschutz. Zur KI-Kompetenz gehört außerdem, Möglichkeiten und Grenzen der Tools einschätzen zu können sowie gutes Prompting. Mit KI erstellte Produkte sind immer einer kritischen Prüfung zu unterziehen und als KI-generiert zu kennzeichnen. Praxisrelevant und hilfreich sind die angefügten Use-Cases zu KI für folgende Anwendungsfelder: Gottesdienst, Administration und Organisation, Dienst am Menschen, Kleingruppen/Hauskreise, Kinder- und Jugendarbeit.
Der „Fragen & Antworten“ Bereich gibt anwenderfreundlich Auskunft zu den wichtigsten Fragestellungen bezüglich der Verwendung von KI. Ein Glossar zu den wichtigsten Fachbegriffen rundet das Dokument ab.
Der ganzen Schrift und den jeweiligen Kapiteln sind Abstracts vorangestellt. Leserinnen und Leser erhalten darin einen schnellen Einblick in die wichtigsten Positionen und Argumente.