Die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) hat am 22. November 2022 eine Neufassung des Kirchlichen Arbeitsrechts in Form der „Grundordnung des kirchlichen Dienstes“ als Empfehlung für die deutschen (Erz-) Bistümer beschlossen. Die Neufassung der Grundordnung ist ein Meilenstein für die kirchliche Dienstgemeinschaften. Es ist ein Perspektivwechsel, da sie den Blick auf die Stärkung des christlichen Profils der jeweiligen Einrichtung lenkt.
Solch ein Umdenken ist anspruchsvoll für Dienstgeber wie Dienstnehmer, denn es fordert uns alle mehr als bisher dazu heraus, uns darüber klarzuwerden und zu zeigen, worin die katholische Identität besteht. Was macht die kirchliche Dienstgemeinschaft aus? Worauf können sich Menschen verlassen, wenn sie in der katholischen Kirche beschäftigt sind?
In der alten Grundordnung wurde darauf geachtet wurde, dass dienstliches und privates Verhalten der Angestellten der katholischen Lehre entspricht. In der neuen Grundordnung geht es um eine christliche Organisations- und Führungskultur, um die Vermittlung christlicher Werte und Haltungen. Die „katholische Identität” liegt also im Selbstverständnis der Organisation begründet. Sie ist Gestaltungsaufgabe – vor allem des Dienstgebers und der Führungskräfte, aber zusammen mit den Mitarbeitenden.
Für diesen Weg haben die Bistümer Fulda, Limburg, Mainz, Trier und Würzburg einen ersten Schritt gemacht: Auf der Homepage
www.neuegrundordnung.de können sich alle Mitarbeitenden deshalb seit dem 1. Juli 2024 über die neue Grundordnung und ihre wichtigsten Kernaussagen informieren und sich mit dem damit verbundenen Perspektivwechsel auseinanderzusetzen.
Die Seite bündelt Kernaussagen der Grundordnung und bietet neben einer Ausführung in einfacher Sprache auch die Möglichkeit, für sich selbst Einschätzungen vornehmen wo und wie die Auswirkungen der neuen Grundordnung im persönlichen Arbeitskontext wahrgenommen werden. Ein guter Aufschlag für ein sonst eher textlastiges Thema mit einer Chance, die Kernaussagen der neuen Grundordnung breiter zu streuen als in reiner Textform. Es ist der Seite zu wünschen, dass nicht nur die Liebhaber:innen animierter Grafiken sich durch alles Kernaussaugen klicken.