Rückblick: Konferenz der Internetseelsorge-Beauftragten/ Pastoral im Netz
27.05.2025 |
Am 20./21. Mai fand die jährliche Konferenz der Internetseelsorge-Beauftragten/Pastoral im Netz statt. Themen waren unter anderem Ergebnisse der KMU, Umgang mit der Entwicklung der Social Media und die Weiterentwicklung der Konferenz.
Zum fachlichen und kollegialen Austausch und zur Diskussion aktueller und anstehender Themen kamen Referentinnen und Referentinnen aus den deutschen Bistümern, die sich mit Internetseelsorge und/oder Digitalpastoral befassen, und die zuständige Referentin der KAMP am 20./21. Mai in Rastatt zur jährlichen Konferenz dieses pastoralen Aufgabenbereichs zusammen.
Die Tagung eröffnete mit zwei fachlichen Inputs, zunächst zu relevanten Ergebnissen der KMU. Die 6. KMU (Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung) der EKD, zum ersten Mal mit Mitwirkung der katholischen Kirche, hat sich mit der Nutzung religiöser Onlineangebote befasst – auch dies eine Premiere.
Unter den Befragten nutzen 31% der Kirchenmitglieder und 21% der Nichtmitglieder das Internet zumindest manchmal für die Suche nach religiösen/weltanschaulichen Informationen, Suche nach spirituellen Impulsen, für Austausch über religiöse/weltanschauliche Fragen oder die Mitfeier von Online-Gottesdiensten. Das sind also die Menschen, die mit solchen Angeboten grundsätzlich ansprechbar sind. 46 % dieser digital-religiös Aktiven stimmen der Aussage zu: „Im Internet finde ich leichter etwas, das zu meinen religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen passt, als auf anderen Wegen“. Das spricht dafür, dass religiöse Internetangebote in ihrer Vielfalt dazu beitragen, Anknüpfungspunkte für Menschen zu schaffen, die vor Ort nicht das finden, was sie brauchen, und so das klassische pastorale Angebot sinnvoll ergänzen, und zeigt so die Wichtigkeit dieser digitalen Kontaktpunkte auf.
Ein zweiter Input griff die wachsende Problematik der kommerziellen sozialen Netzwerke und Plattformen auf. Die Initiative Savesocial fordert angesichts der negativen Auswirkungen u.a. von manipulativen und intransparenten Algorithmen, dem Sammeln und Verwerten persönlicher Daten und den entstehenden Polarisierungen und Folgen bis hin zur möglichen Gefährdung der Demokratie eine umfangreiche Reglementierung der Digitalkonzerne und ruft zur Nutzung von freien Alternativen auf. Auch bezogen auf religiöse Angebote, die häufig auf sozialen Medien aufbauen, wird die Nutzung dieser kommerziellen Netzwerke problematisiert. Dennoch, so die Sicht der Konferenzteilnehmer, kommt ein Rückzug aus diesen letztlich nicht in Frage: Pastoral muss dort sein, wo die Menschen sind – nicht dort, wo sie vielleicht sein sollten.
Umfassend beschäftigte sich die Konferenz mit der eigenen Situation und Wirkungsfähigkeit. Zwar ist Pastoral im Digitalen letzten Endes für jedes Bistum Thema, dennoch gibt es nur in einem eher kleinen Teil der Bistümer Beauftragte oder zumindest klare Ansprechpersonen dafür. Entsprechend wenige entsenden Teilnehmer zur Konferenz – diesmal nahmen neun Personen teil. Damit kann die Konferenz auch nur wenig bewegen. Die Konferenzen der pastoralen Aufgabengebiete sind im Auftrag der Bistümer seitens des Sekretariats der DBK geordnet; die Teilnehmenden sprachen sich dafür aus, nach Möglichkeit eine Aufwertung der Konferenz anzustreben, um so eine höhere Priorität für die Benennung und Teilnahme von Beauftragten zu erreichen. Zudem sollen die Bistümer noch einmal abgefragt werden, für welche Personen von ihrem Aufgabengebiet her die Konferenz relevant sein könnte.
Die an internetseelsorge.de beteiligten Referent:innen nutzten das Treffen zu einer Abendeinheit rund um offene Fragen zu diesem Angebot. Der kollegiale Austausch rundete die Konferenz ab.
Die Konferenz soll im nächsten Jahr wieder, wie schon 2024, in Verbindung mit einem offen ausgeschriebenen Fachtag stattfinden. Wer interessiert ist, sollte sich bereits den 15.-17.6.2026 vormerken.