Barcamp Gemeinde digital

03.06.2025
Rund 40 Interessierte nahmen am 17. Mai 2025 am ersten Barcamp Gemeinde digital (#bcgd2025) teil und und nutzten die Gelegenheit, ihre Themen und Fragen in Sessions miteinander zu diskutieren. 

Das Barcamp wurde vom Arbeitskreis Digitale Gemeinde des Erzbistums Paderborn initiiert und organisiert. Dass das Thema, wie Kirchenentwicklung auch digital stattfinden kann, eine hohe Priorität im Erzbistum hat, machte eine Videogrußbotschaft von Erzbischof Bentz deutlich. 
Einen ausführlichen Pressetext zu dem Tag hat das Erzbistum Paderborn veröffentlicht. Hier ein kurzes Fazit meinerseits aus der Perspektive einer Teilnehmerin:
Das Barcamp, professionell organisiert und durchgeführt, zeigte vor allem eines: Die große Vielfalt an Ideen und Kreativität, die es innerhalb der Kirchen (digital heißt häufig auch ökumenisch, daher sei hier von Kirchen die Rede) gibt. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand ehrenamtlich, hauptberuflich, in Leitung oder als Mitarbeitende tätig ist. Wer Lust auf Neues hat, findet sich. Experimente sind erwünscht, Fehler erlaubt. Gemeinde und Gemeinschaft im Netz organisiert sich nach Bedarf. Häufig sind Nutzer und Nutzerinnen digitaler Angebote auch regional in Gemeinschaften verortet. Die digitale Andacht, das Bibelteilen per Zoom, Pfarrverwaltung mit einer App, der spirituelle Austausch im Messengerdienst oder das  Gesprächsangebot auf www.internetseelsorge.de - Angebote im Netz gibt es viele und sind für viele eine wertvolle und passgenaue Ergänzung des Seelsorgeangebots vor Ort. Gleiches gilt für die Nutzung von Social Media-Kanälen, in denen christliche Influencerinnen und Influencer mit ihren unterschiedlichen Ansprachen und Themen Follower finden. 
An verschiedenen Stellen wurde es auch nachdenklich in den lebhaften Sessions angesichts großer Herausforderungen, die gesehen werden, für die es aber noch keine abschließenden Antworten gibt. Wie positioniert sich zum Beispiel Kirche gegenüber dem us-amerikanischen Unternehmen Meta, das mit seiner Entscheidung, keinen Faktencheck mehr durchzuführen, Rassismus und Diskriminierung fördert? Wie ist damit umzugehen, dass die meisten Messenger-Dienste und Social Media-Kanäle nicht dem notwendigen Datenschutz entsprechen, der gerade in der Seelsorge so wichtig ist? Kirche will und muss dort präsent sein, wo die Menschen sind - also auch bei Instagram, Facebook oder Threads. Wie löst man das Dilemma?

Das Barcamp war hoffentlich nur ein Auftakt, die Arbeit, da waren sich am Ende alle einig, geht weiter. Ich jedenfalls bin ermutigt weggefahren, mit neuen Kontakten und guten Perspektiven.
(Stefanie Uphues, Bistum Münster)
 
Ansprechperson

Stefanie Uphues

Referentin für Katechese und für Internetseelsorge im Bischöflichen Generalvikariat Münster