Gaming und Glaube
08.08.2024 |
Gaming & Glaube: Spielewelten als Chance für kirchliche und pädagogische Kontexte
Passen Digital Games und Glaube zusammen? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Online-Veranstaltung des Erzbischöflichen Seelsorgeamts Freiburg.
Ein Online-Praxisworkshop fand am 6. Juni 2024 statt, bei dem etwa 70 Spielbegeisterte und Interessierte zusammenkamen, um über Gaming & Glaube zu diskutieren. Das Erzbischöfliche Seelsorgeamt Freiburg (Lisa Ruppert und Tobias Aldinger), die evangelische Medienhaus GmbH Stuttgart (Susanne Zeltwanger-Canz), die Fachstelle Medien der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Gabriella Parditka und Andreas Streble) sowie die Evangelische Landeskirche in Baden (Uli Naefken) organisierten die Veranstaltung.
Martin Bürgin hielt die Keynote und leitete in das Thema ein. In seinem Vortrag "Der Mensch als 'Homo ludens' – Spielen, Spiritualität und Welterfahrung im digitalen Zeitalter" betrachtete er die Entwicklung elektronischer Spiele, von ersten Spielgeräten in Spielzentren über Heimcomputer wie Atari und Commodore bis hin zu heutigen Mobile Games. Er betonte die Bedeutung von Spielen anhand von Statistiken und diskutierte die Theorie des "Homo ludens" von Johan Huizinga.
Bürgin präsentierte Beispiele von Spielen, die religiöse Themen entweder explizit behandeln oder religiöse Motive in Symbolen oder Geschichten aufgreifen. Er analysierte die ästhetische, narrative und spieltechnische Dimension solcher Spiele und unterschied drei Ebenen, auf denen religiöse Aspekte auftreten können: bei der Produktion, den Inhalten und der Rezeption.
Die Teilnehmer konnten an verschiedenen Workshops teilnehmen, die von Experten geleitet wurden:
· Religionspädagogische Apps und Spiele (Matthias Völzke)
· Trauerarbeit mit Videospielen am Beispiel von "That Dragon Cancer" (Daniel Maier)
· Vorbereitung von Firmung und Konfirmation mit Minecraft (Tobias Thiel)
· Einblick in christliche Gaming-Communities (Ruben Ullrich)
· Glaube und Kirche in Virtual Reality und im Metaverse (Markus Neher, Ulli Naefken, Gernot Meier)
· Religion in Videospielen: Spurensuche und praktische Anwendungen (Tobias Schneider)
Die Diskussionen in den Workshops waren lebhaft, und die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, die Spiele selbst auszuprobieren. Die hohe Teilnehmerzahl zeigte, dass Gaming & Glaube ein relevantes Thema sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten im Chat Empfehlungen aus und wiesen auf wissenschaftliche Arbeiten hin. Ein Fazit des Treffens könnte sein: Digital Games und Glaube passen zusammen: Digitale Spiele greifen religiöse Symbole, Geschichten und Themen auf. In Games-Communities geht es auch um religiöse Aspekte und einschlägige Spiele können spirituelle Inhalte vermitteln und den Glauben vertiefen.
Die Beiträge des Workshops wurden auf einer Online-Pinnwand gesammelt und sind für Interessierte zugänglich. Zum Abschluss des Events gab Tobias Aldinger den Teilnehmern einen Gaming-Segen mit auf den Weg:
„G.ttes guter Segen sei mit dir.
G.tt, dein Vater - deine Mutter,
segne dich, damit sich die Puzzleteile
und Quests deines Lebens fügen.
segne dich, damit sich die Puzzleteile
und Quests deines Lebens fügen.
Der menschgewordene Christus segne dich,
dass du immer wieder eine Passung findest,
zwischen Himmel und Erde,
zwischen Glaube und Leben,
zwischen Kirche und Konsole.
dass du immer wieder eine Passung findest,
zwischen Himmel und Erde,
zwischen Glaube und Leben,
zwischen Kirche und Konsole.
Gottes Geistkraft segne dich,
dass du dich mit den vielen Menschen vernetzen kannst,
die Spielfreude und Güte vermehren.
dass du dich mit den vielen Menschen vernetzen kannst,
die Spielfreude und Güte vermehren.
Enter und Amen“
(von Tobias Aldinger)
