Beim Evangelischen Kirchentag in Nürnberg wurde ein Gottesdienst konsequent mit „künstlicher Intelligenz“ gestaltet und über einen solchen Einsatz von KI und seine Grenzen nachgedacht.
In der aktuellen Aufmerksamkeit und Diskussion um generative "künstliche Intelligenz", besonders seit dem öffentlichen Start des Sprachmodells ChatGPT Ende letzten Jahres, wird intensiv nach der zukünftigen Bedeutung von KI für die verschiedensten Arbeitsfelder und Lebensbereiche gefragt. Auch an Theologie, Kirche und Pastoral geht das Thema nicht vorüber; schon manche:r hat ausprobiert, wie sich Chat GPT bei religiösen Textgattungen schlägt und Predigten, Fürbitten oder Impulstexte generieren lassen - und vielleicht dann auch eingesetzt. Aber "darf" man das überhaupt? Sind KI-generierte Texte angemessen für Gottesdienst, Verkündigung und Gebet? Ist alles möglich, oder gibt es Grenzen?
Am 9. Juni 2023 wurde es beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Nürnberg in aller Konsequenz versucht und anschließend in einer Podiumsdiskussion reflektiert: Ein ganzer Gottesdienst bestehend aus Texten, die von ChatGPT generiert wurden, vorgetragen von gleichfalls KI-generierten Avataren.
In den Blogbeiträgen von Karsten Kopjar und Ralf-Peter Reimann, die wir Euch heute dazu empfehlen, schildern die beiden evangelischen Theologen, die sich beide seit langem mit digitalen kirchlichen Angeboten befassen, ihre Eindrücke und Gedanken zu diesem experimentellen Gottesdienst.
Ralf-Peter Reimann: Deutschlands erster KI-Gottesdienst auf dem Kirchentag: Ein faszinierendes Experiment mit zukunftsweisenden Fragen